Der Winter war lang – und endlich hatten wir auch mal wieder Schnee.

Eigentlich perfekte Bedingungen für den Vitara. Doch wie ihr im letzten Sommerurlaub mitbekommen habt, hatten wir damals so unsere Probleme mit der Lenkung. Und die ließen sich leider nicht mal eben schnell beheben.

Um an die betroffenen Teile zu kommen, musste einiges zerlegt werden. Zusätzlich standen die Umlenkrollen vom Keilriemen an – und um dort ranzukommen, musste der Kühler raus. Der war allerdings so festgegammelt, dass er dabei den Geist aufgegeben hat. Also kam auch direkt ein neuer Kühler rein.

Ein paar Monate später dann die gute Nachricht: Adrian hat mal wieder gezaubert.

Die Lenkwelle wurde erneuert und der Vitara lenkt wieder wie am ersten Tag. Oben war die alte Welle noch geschmiert, unten dagegen so gut wie fest – das erklärt auch die schwergängige Lenkung und dieses leichte „Einrasten“.

Also technisch wieder alles tippitoppi? Wir werden sehen.

Wir haben uns jedenfalls vorgenommen, den Vitara jetzt regelmäßig zu bewegen. Eine sogenannte Bewegungsfahrt – also einfach fahren, damit alles in Bewegung bleibt und keine Standschäden entstehen.

Gesagt, getan. An einem frostigen Tag ging es los – auf einer meiner klassischen Motorradrunden Richtung Köterberg. Durchs Minden-Lübbecker Land, vorbei an Hessisch Oldendorf, durch Hameln und Bodenwerder, hinein in die „Rühler Schweiz“.

Das Wetter war eher so mittel. Wo sonst weite Ausblicke zum Verweilen einladen, lag an diesem Tag Nebel in der Luft. Aus dem schneefreien Flachland wurde langsam eine winterliche Landschaft mit verschneiten Straßen rund um Holzminden. Nicht spektakulär – aber irgendwie genau richtig.

Unterwegs gab es Kaffee und selbstgebackene Muffins, bevor es weiter auf den Köterberg ging. Aus unseren Urlauben kennen wir solche Wetterlagen – nur sind wir dort meist hoch genug, um über den Wolken zu fahren. Hier, auf knapp 500 m, waren wir mittendrin. Immerhin: fast windstill, ruhige Stimmung, ein schöner Moment.

Also wieder runter vom „Monte Wauwau“, durch die Serpentinen zurück Richtung Heimat.

Und dann – plötzlich – ein lautes, metallisches Geräusch. Kurz, hart, nicht zuzuordnen. Ich habe sofort angehalten, den Wagen von außen überprüft – nichts Auffälliges. Also sind wir weitergefahren.

Ein paar Tage später beim TÜV kam dann die Auflösung: Die rechte Feder an der Hinterachse war gebrochen. Da fährt man im Urlaub über die wildesten Pisten – und ausgerechnet im Weserbergland auf einer normalen Landstraße bricht die Feder. Im Nachhinein war das aber ein Glücksfall.

Ohne diese Bewegungsfahrt wäre die Feder vermutlich erst später gebrochen – vielleicht bei höherem Tempo oder irgendwo auf der Autobahn. So wussten wir sofort, was Sache ist.

Die hinteren Federn wurden erneuert, zusätzlich die undichte Auspuffschelle ersetzt. TÜV bestanden. Das kleine Monster ist wieder bereit für neue Touren. Und das Schönste: Der Vitara wurde von gleich zwei TÜV-Prüfern ausdrücklich gelobt. Gepflegt, gut erhalten – ein tolles Auto. Ich denke, wir werden noch lange Freude daran haben.

Oder vielleicht doch nicht? Denn da bahnt sich schon die nächste „Kleinigkeit“ an: Die Hochdruckpumpe scheint leicht undicht zu sein …

Und was macht eigentlich die alte Lady?

Die steht aktuell noch im Winterschlaf. Aber die Elektronikprobleme, die wir letztes Jahr in der Schweiz und in Frankreich hatten, waren alles andere als normal. Dazu kommt ein ABS-Thema, das wir noch angehen müssen.

Alte Technik hat ihren Charme – keine Frage. Aber sie fordert auch ihren Tribut. Sich auf ein neues Motorrad zu setzen oder in ein modernes Auto zu steigen, kann jeder. Doch wenn man Technik aus den 2000ern heute weiterlebt, dann ist das eine andere Welt – eine ehrliche, aber manchmal auch eine teure.

Wie es mit dem Vitara und der alten Lady weitergeht, erzähle ich euch im nächsten Beitrag. Und so viel kann ich schon sagen: Langweilig wird es garantiert nicht.

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