Guten Abend aus Marghera/Venedig.

Die Nacht in Rijeka war heiss und laut und nur mit Klimaanlage erträglich. Unser Zimmer im Low-Budget-Hotel bzw. eigentlich einem Studentenwohnheim, war ziemlich cool.
Wenn man etwas mehr Geld in die Hand nimmt, sind die Zimmer gar nicht so klein und spartanisch wie wir gedacht hatten. Wir hatten 2 große Arbeitsplätze und sogar eine kleine Küche. Top!

Ein letztes Mal tanken in Kroatien – das hat uns sehr gut gefallen und sollte Schule machen: egal wo und welche Tankstelle – die Preise sind immer gleich, kein Preiskampf und keine Sucherei nach dem günstigsten Sprit. Wieder auf der Straße, ging es munter weiter mit allerlei Verwirrungen. An vorderster Front: Maut. Das Ticket-System aus Kroatien gibt es auch in Italien und wir sind von einer Station in die nächste gerollt. So ganz ersichtlich warum die Navi uns da durch geschickt hat, war uns nicht – am Ende haben wir halt wieder die Autobahn zur Zeitersparnis genutzt.

Die nächste Verwirrung lieferte die Wegführung durchs wunderschöne Hinterland – Felder, dichter Wald, kurvige schmale Bergstraßen, aber wo sind wir denn hier eigentlich?
Ist das schon Slowenien? Da stand doch ein Schild? Oder doch noch Kroatien? Rumänien? (wir möchten so gerne zurück, wir haben doch noch Leckerlies für ein paar Hunde!) Da, wieder ein Schild. Kroatien. Ok. Aber warte, nicht so schnell, da kommt noch was, ahhh, doch Slowenien. Herrjeh ist das eine verwinkelte Ecke 😀 Man könnte es auch „Länderhopping“ nennen, schaut euch den Track an – dann wisst ihr was gemeint ist. 🙂
Aber wirklich sehr schön hier. Die bemoosten weissen Felsbrocken erinnern uns schon die ganze Zeit an die Steintrolle aus dem Film „frozen“ 🙂
Nach nur knapp 15 km hatten wir Slowenien durchquert und kamen über eine kleine, ebenfalls unspektakuläre Grenze nach Italien in die Stadt Triest. Die Straße schlängelte sich steil und verwinkelt durch die Ortsteile hinunter zum Meer. Traumhafte Ausblicke boten sich uns immer wieder.
Füße ins Wasser halten gab der Zeitplan (und fehlende Strand) wieder nicht her, aber Pause machen war drin. Nach einem kleinen Snack und kurzer Umplanung der Strecke sind wir ca. 2 Stunden später in Venedig angekommen.

Jetzt kommt die eigentlich Herausforderung – Großstadt und Menschen. Viele Menschen. Öffis nutzen und Touristische Hotspots besuchen. Was muss, das muss! So schnell sind wir hier nicht wieder. Während wir noch diskutierten ob ein Tages-Ticket noch Sinn macht, war der Bus schon da. Auf die Frage ob man auch beim Fahrer bezahlen kann gestikulierte er nur Richtung eines kleinen Terminals und wedelte mit der Hand, drängte zur Weiterfahrt. Also schnell Smartphone drauf gelegt und irgendwas irgendwohin bezahlt. 😲 Große Verwirrung. Was haben wir denn da jetzt bezahlt? Und wieso haben wir kein „physisches“ Ticket bekommen? Was ist, wenn jetzt jemand kontrolliert? 🤔😵‍💫 Immerhin war die Bus-Linie und auch die Richtung in die er fuhr richtig.

Endlich in Venedig am Piazza Roma angekommen haben wir uns zu Fuß durch die vielen Gassen, Winkel, Plätze, über Brücken und mit einer Gondel Richtung San Marco treiben lassen. Mein Marco hat sich dabei um die Bilder für den Blog gekümmert, während ich versucht habe, die vielen vielen Eindrücke auf meine Weise einzufangen. Gar nicht so leicht. Inzwischen war es 18 Uhr durch und sicher nicht mehr so voll wie tagsüber, aber bei 30° hält man alle anderen Menschen für zu viele Menschen. *augenzuhalt*

Die Atmosphäre auf dem Markusplatz war etwas ganz Besonderes. Zwischen den beeindruckenden historischen Gebäuden ertönte Livemusik aus den umliegenden Lokalen. Die Stimmung war romantisch und entspannt, fast wie aus einem alten Film. Doch leider hatte dieser Charme auch seinen Preis. Ein kurzer Blick in die Menükarte eines der Cafés ließ uns schnell erkennen, dass ein Aperol Spritz hier mehr kostete als eine ganze Mahlzeit in anderen Teilen der Stadt. Dennoch konnten wir uns nicht ganz vom Markusplatz trennen und genossen die Musik und das Treiben um uns herum, bevor wir uns weiter in die engen Gassen Venedigs wagten.

Nach einem ausgiebigen Spaziergang und einigem Staunen über die prächtigen Fassaden der Gebäude hatten wir das Bedürfnis, uns mit einem kleinen Snack zu stärken. Wir fanden einen winzigen Pizzastand in einer schmalen Seitengasse, nur wenige Schritte von der berühmten Rialtobrücke entfernt. Die Pizza war einfach, aber unglaublich lecker und die perfekte Energiequelle, um uns durch das Gedränge auf der Rialtobrücke zu kämpfen. Doch ein Blick auf die Brücke war kaum möglich, Touristen versperrten den Blick, die wie wir versucht hatten, den besten Fotospot zu ergattern.

Nachdem wir uns auf der anderen Seite der Brücke ein wenig Platz verschafft hatten, machten wir uns daran, ein paar Fotos von der ikonischen Struktur zu schießen. Es war ein kurzer Moment der Ruhe, bevor wir den Rückweg antraten. Dank Google Maps kämpften wir uns durch das verwinkelte Labyrinth der Stadt zurück Richtung Piazza Roma. Ohne den digitalen Helfer hätten wir uns wohl gnadenlos verlaufen – in Venedig scheint jeder Weg zu einem neuen Abenteuer zu führen, und es ist leicht, die Orientierung zu verlieren.

Doch das war gar nicht so schlimm. Immer wieder hielten wir an, um die zauberhaften Ecken und Plätze festzuhalten, die durch die Dämmerung in ein ganz besonderes Licht getaucht wurden. Venedig hat etwas Magisches, das man schwer in Worte fassen kann, und so wurden wir ständig von neuen Fotomotiven abgelenkt.

Als wir schließlich am Busbahnhof ankamen, stellte sich die große Frage: Welches Ticket ist nun das richtige für den Rückweg? Nach unserem chaotischen Einstieg in die Welt der venezianischen öffentlichen Verkehrsmittel waren wir uns nicht sicher, ob unser bisheriges Ticket auch für die Rückfahrt galt. Doch Dank Google war auch diese Frage schnell beantwortet. Zum Glück war die Rückfahrt unkompliziert, und bald saßen wir wieder im Bus auf dem Weg zurück nach Marghera, müde, aber glücklich über den erlebnisreichen Tag in einer der faszinierendsten Städte der Welt.

Fazit: Obwohl wir normalerweise die Ruhe der Natur den überfüllten touristischen Hotspots vorziehen, hat Venedig uns mit seinem einzigartigen Charme und seiner geschichtsträchtigen Atmosphäre in den Bann gezogen. Die Schönheit der verwinkelten Gassen, die majestätischen Gebäude und die Magie der Dämmerung machten den Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis. Venedig ist eine Stadt, die man trotz des Trubels einfach erlebt haben muss. Wir sind beeindruckt und nehmen viele schöne Erinnerungen mit zurück nach Hause.

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