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📍 Saalfeld (Saale)

🗓️ 2026-05-24

🌡️ 28°C

🚙 385 km gefahren

Kurzfristig können wir! Am Mittwoch hieß es noch, am Pfingstwochenende müsse gearbeitet werden. Donnerstag dann die überraschende Wendung: „Nee, nur Samstag – lass uns wegfahren.“ Gesagt, getan. Schnell einen Plan auf die Beine gestellt, Unterkunft gebucht und schon ging es Sonntagmorgen um 9:30 Uhr los Richtung Saalfeld in Thüringen. Unser Ziel: die Saalfelder Feengrotten, ein ehemaliges Bergwerk, das heute als Schaubergwerk besucht werden kann.

Die Strecke bestand größtenteils aus Autobahn, erst zum Ende hin wurde es mit Bundesstraßen etwas abwechslungsreicher. Das klingt erstmal nicht aufregend, aber mit herrlich grüner Landschaft, leuchtenden Rapsfeldern und viel Sonne ließ sich auch das ziemlich gut aushalten. Manchmal braucht es eben gar nicht viel mehr als ein spontanes Ziel, schönes Wetter und dieses Gefühl: Wir sind unterwegs.

Nach gut vier Stunden kamen wir pünktlich zum Start der Führung vor Ort an. Jeder bekam einen Schutzumhang, Zipfelmütze optional. Unter Tage herrschen ganzjährig etwa 8 bis 10 Grad. Klingt erstmal frisch – nur standen wir mit Jacke und Umhang noch oberirdisch in der Wärme und hatten kurz das Gefühl, bereits vor dem Einfahren langsam weichgekocht zu werden. Dann ging es endlich hinein in den Berg.

Unser Führer war ein Typ für sich: mittleren Alters, mit cooler Frisur und genau der richtigen Mischung aus Fachwissen, trockenem Humor und Erzählfreude. Er berichtete von der alten Bergbauzeit, von den Bergleuten, die hier einst auf der Suche nach Gold, Silber und anderen begehrten Metallen waren – und schließlich schwarzen Alaunschiefer fanden. Was damals harte Arbeit unter schwierigen Bedingungen war, hat die Natur über viele Jahre in eine farbenprächtige Tropfsteinwelt verwandelt.

Und genau das macht den besonderen Reiz der Feengrotten aus: Es ist keine klassische Tropfsteinhöhle, die irgendwann entdeckt wurde, sondern ein altes Bergwerk, das sich nach und nach in diese fast märchenhafte Untertagewelt verwandelt hat. Die farbigen Ablagerungen sind dabei nicht nur hübsche Kulisse – sie sind auch der Grund, warum die Saalfelder Feengrotten als die farbenreichsten Schaugrotten der Welt gelten. Aus Arbeit, Schweiß und dunklen Stollen wurde irgendwann Glitzern, Farbe und Staunen.

Immer wieder ließ unser Führer seine poetische Ader einfließen. Mal ganz fachlich, mal fast ein bisschen theatralisch, aber nie langweilig. So bewegten wir uns durch schmale Gänge, vorbei an farbigen Ablagerungen, Tropfsteinen, kleinen Grotten und Geschichten aus einer Zeit, in der Bergbau noch echte Knochenarbeit war.

Nach etwas über einer Stunde erreichten wir das Ende der Führung: den Märchendom. Dort durften wir zwei stimmungsvolle, mit Musik untermalte Lichtshows erleben. Das war schon ziemlich eindrucksvoll – nicht kitschig, sondern wirklich atmosphärisch. Wenn Licht, Musik und diese unterirdische Kulisse zusammenkommen, versteht man ziemlich schnell, warum dieser Ort seinen Namen trägt.

Am Ausgang gab es für jeden noch ein kleines Stück Katzengold – Pyrit – als Erinnerung. Kein echter Schatzfund, aber immerhin: Wir sind mit Gold aus dem Berg gekommen. Also fast. Danach hieß es erstmal: raus aus den Jacken, raus aus den Umhängen und wieder akklimatisieren.

Zum Abschluss gingen wir noch ins Grottoneum. Das ist eher klein gehalten, bietet aber trotzdem viel interessantes Fachwissen, anschaulich dargestellt und mit einigen Mitmachstationen rund um Bergbau, Tropfsteine und Mineralien. Gerade nach der Führung ist das eine schöne Ergänzung, weil man vieles, was man unter Tage gesehen hat, dort nochmal besser einordnen kann.

Rund um die Erlebniswelt Feengrotten gibt es noch deutlich mehr zu entdecken, zu unternehmen und auszuprobieren. Für uns ging es danach weiter Richtung Rudolstadt, wo unsere Unterkunft auf uns wartete. Ein spontaner Plan, pünktlich erreicht, unter Tage abgetaucht und mit ein bisschen Katzengold wieder aufgetaucht.

Fazit: Die Saalfelder Feengrotten waren für uns ein richtig schöner Auftakt ins spontane Pfingstwochenende: interessant, kurzweilig, ein bisschen märchenhaft und genau die richtige Mischung aus Geschichte, Natur und Erlebnis. Man muss nicht immer wochenlang planen – manchmal reicht ein freier Sonntag, eine gute Idee und die Bereitschaft, einfach loszufahren.

Einzelheiten
2026-05-24 Thüringen Tag 1

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