📍 Hohenwarte
🗓️ 2026-05-25
🌡️ 28°C
🚙 440 km gefahren
In aller Ruhe wurden wir heute in unserer Unterkunft in Rudolstadt von der Sonne geweckt und starteten guter Dinge in den zweiten Tag unseres kleinen Pfingst-Kurztrips. Nach einem kleinen Umweg zur günstigsten Tankstelle und einem Frühstück beim goldenen M nahmen wir unser Tagesziel in Angriff: den Stausee Hohenwarte.
Am Abend vorher hatten wir geschaut, was man dort alles machen kann, und einige Ziele ins Auge gefasst. Die Hoffnung: ein schönes Plätzchen für Vitaralino, am besten irgendwo am Wasser, vielleicht sogar ein kleines Böötchen – und dann einfach ein bisschen treiben lassen. Der Stausee Hohenwarte gehört zur Saalekaskade und wird zusammen mit der Gegend nicht ohne Grund oft als Teil des „Thüringer Meeres“ bezeichnet. Wasser, Wald, Hügel, Buchten – das klang ziemlich genau nach dem, was wir uns für Tag zwei vorgestellt hatten.
Schon auf dem Weg dorthin gab es links und rechts wieder viel Natur und Landschaft. Mal leicht hügelig, mal etwas kräftiger gewellt, dazu tolle Weitblicke und herrlichstes Wetter. Relativ schnell kamen wir an der Staumauer an. Und die ist durchaus beeindruckend: rund 75 Meter hoch, über 400 Meter lang und damit schon ein ordentliches Stück Beton in der Landschaft. Nur unser Plan „ankommen, Wasser sehen, gemütlich ans Ufer setzen“ ging dort nicht ganz so romantisch auf, wie wir es uns vorgestellt hatten.
Es gab einen Anleger für Schiffe, das erste schipperte gerade von dannen – und das war es im Grunde auch schon. Ein kleines Stück weiter sollte es wohl noch einen Bootsverleih geben, aber der Steg war leer. Der Parkplatz an der Staumauer schien in erster Linie von Wanderern genutzt zu werden. Kein Wunder, denn hier beginnt unter anderem der Hohenwarte-Stausee-Weg, ein rund 75 Kilometer langer Wanderweg rund um den Stausee. Auch Radfahren kann man hier offenbar sehr gut. Nur unsere Vorstellung von „wir parken direkt am Wasser und baumeln mit den Füßen im See“ brauchte erstmal ein kleines Update.
Nun gut, dann eben weiter am Stausee entlang. Irgendwo würden wir schon etwas finden, wo wir ans Wasser kommen. Dachten wir. Tatsächlich führte die Straße aber irgendwie immer weiter weg vom See. Man sieht Wasser, man ahnt Wasser, man möchte Wasser – und fährt trotzdem erstmal durch Wald und Hügel. Dann endlich ein Schild: Wasserskizentrum. Da lang!
Kurz darauf kam sogar ein bisschen Offroad-Feeling auf. Vitaralino wurde innerlich wahrscheinlich kurz wach und dachte: „Ah, endlich versteht ihr mich.“ Die Ernüchterung folgte allerdings schnell: Hier durften wir ohne Genehmigung nicht weiter. Die hatten wir natürlich nicht. Also wieder zurück auf den regulären Weg. Wir fuhren dann trotzdem nochmal an eine Stelle heran, um uns zu orientieren, und Marco ließ den Kopter steigen. Vielleicht sieht man ja von oben mehr – und zumindest aus der Luft wirkte der Stausee tatsächlich so, wie wir ihn uns vorgestellt hatten: grün, weitläufig und mit diesen vielen kleinen Buchten, die man vom Auto aus nur schwer erreicht.
Dann stand der nächste Plan: die Mühlenfähre bei Altenroth. Also schlängelten wir uns weiter durch die schöne Landschaft, Hügel rauf, Hügel runter, Kurve um Kurve. Ein Traum für jeden Biker – und auch der Mann am Lenkrad hatte inzwischen deutlich leuchtende Augen. Am Wasser angekommen, standen wir quasi direkt an der kleinen Fähre. Gerade einmal ein paar Autos und eine Handvoll Fußgänger oder Radfahrer passen pro Fahrt darauf. Keine fünf Minuten später waren wir auf der anderen Seite und fuhren weiter Richtung Saalthal-Alter.
Hier musste es doch jetzt endlich ein bisschen Action für uns geben. Und ja: In Saalthal-Alter sah die Sache dann schon mehr nach dem aus, was wir uns vorgestellt hatten. Ein gut besuchter Strand, ein schön gelegener Campingplatz und endlich auch ein Boot für uns. Kein Motorboot, kein Luxusliner, sondern ein Tretboot. Für eine Stunde – oder, wie es so schön hieß: „Wenn ihr wieder da seid, seid ihr wieder da.“ Sehr nett. Solche Sätze mag man ja direkt.
Am Anfang kämpften wir noch ein wenig mit der Lenkung. Es war nicht direkt elegant, eher so eine Mischung aus „wir haben alles im Griff“ und „warum fährt dieses Ding jetzt dahin?“. Aber irgendwann lief es, und dann wurde es richtig schön. In aller Ruhe trieben beziehungsweise traten wir mal hierhin, mal dorthin, fuhren an den näheren Buchten entlang und genossen einfach diesen Moment auf dem Wasser. Obwohl am Strand einiges los war, fühlte sich der See selbst angenehm entspannt an. Ein paar kleine Boote, ein paar Stand-up-Paddler, ein Ausflugsschiff – das war es im Wesentlichen.
Nach knapp anderthalb Stunden waren wir wieder zurück am Anlegesteg. Zum einen wollten wir die Freundlichkeit des Verleihs nicht zu sehr ausnutzen, zum anderen waren wir natürlich ohne Sonnencreme unterwegs. Klassischer Pawtrail-Move: Wasser, Sonne, Boot – aber Sonnencreme? Ach, irgendwas ist ja immer.
In Saalthal-Alter ließen wir uns anschließend noch Flammkuchen spanischer Art mit iberischer Wurst, Burger und Bier schmecken. Nach so viel Natur, Wasser und Tretboot-Workout hatte das ziemlich gut gepasst. Aber irgendwann wurde es leider Zeit, den Heimweg anzutreten. Vier Stunden hin bedeuten eben auch ungefähr vier Stunden zurück.
Ab Diemelstadt fuhren wir dann über Land weiter. Die Autobahn lief zwar gut, aber wir wollten lieber noch etwas mehr Gegend sehen, statt einfach nur Kilometer abzuspulen. Und so wurde auch die Rückfahrt noch ein kleiner Teil des Tages, bevor unser spontaner Zwei-Tages-Kurztrip endgültig zu Ende ging.
Alles in allem hatten wir uns den Stausee Hohenwarte vorher etwas anders vorgestellt – vielleicht direkter zugänglich, vielleicht ein bisschen mehr wie Saalthal-Alter. Es kann gut sein, dass wir die richtigen Spots einfach nicht gefunden haben oder dass viele schöne Stellen eher zu Fuß, mit dem Rad oder vom Wasser aus erreichbar sind. Trotzdem war es ein schöner und abwechslungsreicher Tag: mit Sonne, Hügeln, Fähre, Tretboot, gutem Essen und diesem kleinen Gefühl, dass man manchmal gar nicht weit weg muss, um trotzdem kurz raus aus dem Alltag zu sein.
Fazit: Der Stausee Hohenwarte hat es uns nicht ganz so leicht gemacht wie erhofft – aber vielleicht war genau das Teil des Tages. Ein bisschen suchen, ein bisschen umplanen, eine kleine Fähre, ein Tretboot und am Ende doch noch die Füße zumindest fast im Wasser. Für einen spontanen Kurztrip war das genau richtig: nicht perfekt durchgeplant, aber voller kleiner Momente, die hängen bleiben.























































