📍 Bad Marienberg
🗓️ 2025-04-27
🌡️ 20°C
🏍️ 259 km gefahren
Die Nacht war gut und erholsam, und auch der Start in den Tag konnte sich sehen lassen: 6 Grad, Sonne satt, keine einzige Wolke. Also beste Voraussetzungen für einen schönen Fahrtag.
Der erste Kaffee des Tages kam vom Bäcker und bekommt von mir 4 von 5 Kaffeetassen. Während ich so vor mich hinschlürfte, kam ich mit einem ehemaligen Biker ins Gespräch. Er ist heute knapp 60 Jahre alt, hat aber schon mit 27 Jahren aufgehört, Motorrad zu fahren. Stattdessen fährt er heute nur noch Mofa, macht damit aber zusammen mit seinen Freunden immer noch regelmäßig Touren, sogar bis nach Frankreich. Also klassisches Benzingespräch am Morgen — und genau die Sorte Begegnung, die ich unterwegs einfach gern mitnehme.
Danach ging es Richtung Kaiserslautern. Und was soll ich sagen: Was für geile Strecken sind das bitte? Kurvig, hügelig, felsig, dazu immer wieder Burgen und Ruinen auf den Bergen. Genau die Art Landschaft, bei der sofort klar wird, dass die Gegend nicht nur fahrerisch etwas kann, sondern auch optisch richtig was hermacht. An der Burg Trifels bin ich auch vorbeigekommen. Allein die Fahrt bis hierhin war schon ein richtig schöner Start in den Tag. Die Gegend kann definitiv was.
Ganz ohne Technik-Kapitel ging es leider trotzdem nicht. Im Laufe des Tages zeigte sich nämlich, dass der Flüssigkeitsstand im Kupplungsbehälter langsam wieder sinkt. Noch nicht bedrohlich, aber eben so, dass das Thema weiter mitfährt. Die alte Lady brummte zwar weiterhin zufrieden vor sich hin, aber dieses kleine Restmisstrauen saß eben trotzdem mit im Helm.
Der zweite Kaffee des Tages bekommt von mir 3 von 5 Tassen. Nach der starken Strecke am Morgen war jetzt ein bisschen Frühstück angesagt, bevor es weiter Richtung Loreley ging.
Auf dem Weg dorthin wurde die Landschaft wieder deutlich hügeliger, und ich kam erneut durch eine Weinregion. Weinberge links und rechts, dazu immer wieder Höfe und Läden, in denen Wein hergestellt, verkauft und verkostet wird. Ich bin sogar kurz in die Weinberge hineingefahren und habe dort ein paar Fotos gemacht. Gleichzeitig war wieder dieser typische Frühlingsmix allgegenwärtig: Rapsfelder, gelbe Landschaft, intensiver Geruch in der Luft. Es ist schon erstaunlich, wie sehr eine Gegend nicht nur anders aussieht, sondern plötzlich auch anders riecht.
Dann ging es weiter, und schließlich kam ich in St. Goar an. Wer den Blog schon länger verfolgt, erinnert sich vielleicht: Ich war schon einmal hier und habe damals den Hund Balu getroffen. Genau an diesem Ort war ich nun wieder. Und wer sich an die Bilder von St. Goar und der Burg Rheinfels erinnert, wird vielleicht auch diesmal das eine oder andere Motiv wiedererkennen. Solche Orte haben sofort etwas Vertrautes, selbst wenn ich nicht ständig dort bin.
Unterwegs tauchte außerdem noch ein Schild zum Limes auf, also zur ehemaligen römischen Grenzanlage, die heute sogar UNESCO-Welterbe ist. Wieder so ein Moment, in dem auffällt, wie viel Geschichte hier eigentlich ganz nebenbei am Wegesrand liegt, während ich selbst nur kurz vorbeirausche.
Später wurde dann auch deutlich, dass der Frühling inzwischen nicht nur schön aussieht, sondern in Motorradklamotten langsam anstrengend werden kann. Solange ich fuhr, war alles noch angenehm. Aber sobald es durch Ortschaften, Baustellen oder stockenden Verkehr ging, wurde es schnell zu warm. Irgendwann war deshalb klar: Es ist völlig okay, wenn heute schon gegen 15 Uhr Schluss ist.
Am Ende des Tages bin ich in Bad Marienberg angekommen. Und spätestens dort war klar: Die Entscheidung, es heute nicht unnötig lange auszureizen, war die richtige. Trotz allem war das ein richtig guter Tag. Nicht, weil alles komplett sorgenfrei gewesen wäre. Sondern weil die Strecke einfach geliefert hat: Gespräch am Morgen, richtig schöne Pfälzer und rheinische Abschnitte, Burgen, Weinberge, Frühlingsfarben, St. Goar als Wiedersehen mit Erinnerungswert — und am Ende eine gut brummende alte Lady, die trotz sinkendem Flüssigkeitsstand noch tapfer ihren Dienst getan hat.
Fazit: Heute war einer dieser Tage, an denen die Strecke selbst den Hauptteil übernimmt: Burgen, Kurven, Weinberge und Frühlingsfarben haben den Weg nach Norden ziemlich schön gemacht. Ganz ohne Restnervosität wegen der Kupplung ging es zwar nicht, aber unterm Strich war das ein richtig starker Fahrtag. 🏍️
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Wieder ein ganz toller Blog von deiner aufregenden Reise!
Danke fürs mitreisen lassen, da kommt sogar Zuhause Urlaubsfeeling und Fernweh auf ☺️
Gut das dein innerer Kaffeemonk wenigstens am Tag 7 nicht enttäuscht worden ist! Denn wie wir alle wissen, ohne guten Kaffee wird das Nix ☕️
Liebe Grüße
Jessi
Vielen Dank für deinen schönen Kommentar 😊
Es freut mich wirklich sehr, dass beim Lesen ein bisschen Urlaubsfeeling und Fernweh rüberkommt – genau so soll es ja sein.
Und ja, du hast natürlich völlig recht: Ohne vernünftigen Kaffee wird das nix ☕️😃
Zum Glück war Tag 7 in der Hinsicht mal etwas freundlicher zu mir.
Liebe Grüße
Marco
Marco, immer eine schöne Zeit dir zu folgen, auch wenn ich weiss, dass du heile mit deiner Lady zu Hause angekommen bist